Stutenmilch & gesetzliche Regelungen zur Säuglingsernährung

In Deutschland ist das gewerbsmäßige Inverkehrbringen von Säuglingsnahrungen in der "Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung)" [DiätV], im 3. Abschnitt "Sondervorschriften für bestimmte Lebensmittel", §14c  "Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung" geregelt. Diese Verordnung ist mit den entsprechende Richtlinien der europäischen Union harmonisiert. Für Frühgeborenennahrung existiert unseres Wissens keine separate Verordnung.
In der entsprechenden Anlage zu dieser Verordnung ist festgelegt, das gewerbsmäßig in Verkehr gebrachte Säuglingsnahrungen nur folgende Protein(Eiweiß)quellen enthalten dürfen: Kuhmilchproteine, Proteinhydrolysate, Sojaproteinisolate.

Stutenmilchprotein ist nicht genannt. Die Gründe hierfür sind uns unbekannt. Wir vermuten, dass es daran liegt, dass Stutenmilch als Nahrungsmittel in Westeuropa ungebräuchlich und unbekannt ist.
An seiner physiologischen Eignung zur Säuglingsernährung kann es nicht liegen. Denn fettadaptierte Stutenmilch hat in den zitierten wissenschaftlichen Studien und in der praktischen Anwendung mehrfach und über Jahrzehnte bewiesen, dass sie kuhmilchbasierten Säuglingsnahrungen ernährungsphysiologisch mindestens ebenbürtig ist.
Auch Proteinhydrolysaten und Soyaproteinisolaten ist sie nach unserer Einschätzung ernährungsphysiologisch eher überlegen. Das deckt sich den praktischen Erfahrungen des GGK Herdecke und der Filderklinik, sowie den italienischen Studien.
Hinzu kommt, dass sowohl Proteinhydrolysate als auch Soyaproteinisolate von der Natur nicht zur Säuglingsnernährung vorgesehen sind. Sie sind auch hinsichtlich ihrer Funktionalität nicht mit Milcheiweiß vergleichbar.

Es gibt unseres Wissens keine an Frauenmilch fettangepasste Stutenmilchnahrung, die als Säuglingsnahrung ausgelobt wird. Denn, das darf sie laut Gesetz nicht. Bei korrekter Auslobung wird sie sogar den Hinweis tragen, dass sie nicht zur Ernährung von Kleinkindern unter 3 Jahren verwendet werden soll. Denn der Gesetzgeber verlangt hier eine klare Abgrenzung gegenüber Säuglingsnahrungen.
Trotz der genannten gesetzlichen Regelung steht es den Eltern frei, ihren Säugling mit an Frauenmilch fettangepasster Stutenmilch zu ernähren. Die Wahl der Ernährung ihres Säuglings liegt auch rechtlich in der Verantwortung der Eltern.

Andererseits wäre eine Deklaration von Stutenmilch, die an Frauenmilch fettadaptiert ist, ausschließlich als Säuglingsnahrung zu einschränkend. Denn sie verfügt als Stutenmilch über alle bereits erwähnten Eigenschaften und Wirkungen von Stutenmilch, und ist zusätzlich noch in einem wesentlichen Punkt weiter an Frauenmilch angenähert. Mehr dazu im Abschnitt Eigenschaften & Inhaltsstoffe.

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